Aufruf 2022 zur Einreichung eines Projektangebotes bei
DEMOKRATIE IN DER MITTE - PfD Zentrum

(kursiv gesetzte Begriffe sind unten erklärt)

Ziel der Arbeit des Begleitgremiums der Partnerschaft für Demokratie Berlin-Zentrum ist ein klares Zeichen für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft der Teilhabe und Inklusion zu setzen und sich gegen jede Form von Diskriminierung zu positionieren. Es wird sich zum Ziel gesetzt die Sichtbarkeit für marginalisierte Gruppen zu ermöglich, Perspektivwechsel zu schaffen und Reflexionsprozesse anzustoßen. Empowerment-Arbeit soll gestärkt und Dialogprojekte initiiert werden. Der virtuelle Raum als Ort von Demokratie- und Antidiskriminierungsarbeit wird ausdrücklich mitangesprochen.
Aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen (derzeit u.a. die anhaltende COVID19-Pandemie, Krieg und Fluchtbewegungen, Klimakrise) finden Berücksichtigung in den Zielen und Angeboten. Die daraus entstehenden Benachteiligungen und Ungleichheiten in Bezug auf Partizipation in der Gesellschaft sind noch deutlicher sichtbar. Daher hält es das Begleitgremium für notwendig, die Angebote und Projekte möglichst niederschwellig in Präsenz-, Hybrid- und/oder Onlineformaten durchzuführen und an aktuelle gesellschaftliche Gegebenheiten anzupassen.

Alle interessierten und engagierten Träger, Vereine und Einrichtungen können dazu ab sofort online
ihre Projektangebote bis zum 06.06.22 – 24:00 Uhr einreichen.

Wichtig zu wissen – Fördermodalitäten

Alle Akteur*innen, die im Fördergebiet (Brunnenstr. Süd, Regierungsviertel, Alexanderplatz, Tiergarten Süd)
tätig sind, sind aufgerufen, mit ihren Projektideen die Ziele von
Demokratie in der Mitte – Zentrum 2022 zu verwirklichen.
Das Begleitgremium hat sich dazu auf drei Handlungsfelder (= Leitziele) verständigt:

 

1.Intersektionales Gedenken und Erinnern mit Bezügen zu Heute ist gestärkt.

Förderfähig sind Projektideen, die…

a) … jüdische Geschichte sichtbarer machen, z.B. anhand der Spuren von
Juden_Jüdinnen in Berlin-Zentrum.
b) … intersektionale und multidirektionale Erinnerungsprojekte entwickeln und durchführen.
c) … Projekte zur Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte und zu den Auswirkungen bis heute umsetzen.
d) … kiezbezogene Gedenk- und Erinnerungsprojekte zur Verfolgung von verschiedenen Opfergruppen im Nationalsozialismus entwickeln.

 

2. Die Teilhabe junger Menschen und marginalisierter Gruppen ist gestärkt und ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Förderfähig sind Projektideen, die…

a) … Perspektiven von Kindern und jungen Menschen auf ihren Kiez und ihre aktive Teilhabe fördern oder politische Bildung und Peer-Group Ansätze, die sich an den Lebenswelten der Adressat*innen orientieren, umsetzen.

b) … partizipative Angebote über die Nutzung des öffentlichen Raumes und Vernetzungen vielfältiger Nachbarschaften entwickeln oder abwertende Sichtweisen auf junge Menschen und wohnungs-/ obdachlose Personen reflektieren.

c)… Angebote zur Einbeziehung des Themenfeldes Sexarbeit in Kiezaktivitäten umsetzen und diskriminierende Einstellungen zu Sexarbeit reflektieren.

d)… Menschen- und Kinderrechtsorientierte Begegnungs- und Dialogprojekte zwischen verschiedenen Gruppen umsetzen.

e) … zum Thema Krieg und Flucht (aus der Ukraine) arbeiten und dabei die Perspektiven geflüchteter Menschen in Mittelpunkt stellen.

 

3. Verschiedenen Formen von Diskriminierung ist entgegengewirkt.

Förderfähig sind Projektideen, die…

a) … (Bildungs-) Angebote, die verschiedene Formen von Rassismus in den Kiezen thematisieren und entgegenwirken
b) … Empowerment-Angebote aus verschiedenen von Diskriminierung betroffenen Gruppen umsetzen.
c) … Veröffentlichungen zu den Themenfeldern Rassismus, Antisemitismus, Umgang mit Sprache und intersektionale Perspektiven erstellen.
d) … (Bildungs-) Angebote, die Antisemitismus entgegenwirken.
e) … Maßnahmen zur Förderung von Barrierefreiheit für behinderte Menschen entwickeln und Aufklärungsarbeit zu Ableismus

 

Generell gilt:

  • Jede Projektidee kann bis maximal 5.000€ gefördert werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte für eine Projektberatung bei Lena Rahn.
  • Alle geförderten Projekte sichern nach Möglichkeit, trotz des Bedarfs an digitalen Angeboten, die Teilhabe von Menschen, die von diesen Formaten häufig ausgeschlossen sind.
  • Die Projekte sind aufgefordert, Öffentlichkeitsarbeit für ihre Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen sowie entstandene Produkte und Konzepte im Rahmen von Demokratie in der Mitte zur Verfügung zu stellen (Materialien, Internet- und Social-Media Auftritte, etc.)
  • Förderfähig sind Projektideen von Trägern, die als juristische Person (e.V., gGmbH) gelten. Initiativen und Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft sind nicht über den Aktionsfonds förderfähig.
  • Das Projekt kann nach Zustimmung des Begleitgremiums und der Einreichung der Unterlagen beim Bezirksamt Mitte frühestens nach der Entscheidung des Begleitgremiums am 16. Juni 2022 beginnen und muss bis Ende Dezember 2022 abgeschlossen sein.
  • Die Unterlagen sind vollständig bis spätestens Montag, den 06.06.22 – 24:00 Uhr (24:00 Uhr) unterschrieben per E-Mail an lena.rahn@demokratie-in-der-mitte.de einzusenden.

 

Was braucht es?

Die Unterlagen für die Einreichung eines Projektangebotes setzen sich wie folgt zusammen und stehen auf dieser Seite als Download zur Verfügung (bei den Dokumenten kann Zentrum als Fördergebiet nicht ausgewählt werden – daher bitte händisch Zentrum ergänzen oder offen lassen. Vielen Dank!) :

  1. Formblatt Projektangebot
  2. Aussagekräftiger Finanzplan

Es gelten die Honorarvorschriften der Kinder- und Jugendhilfe, zur Berechnung von eventuellen Personalkosten bitte das Formblatt Personalkostenberechnung verwenden und einreichen.

Wer entscheidet? – Wie geht es weiter?

Über die Förderfähigkeit der eingereichten Projektangebote entscheidet das zuständige
Begleitgremium Zentrum am 15.06.2022. Der Träger hat das eingereichte Konzept ggf.
in der Sitzung des Gremiums vorzustellen.

Alle Träger, deren Ideen ausgewählt wurden, sind danach aufgefordert das Projektangebot beim Bezirksamt Mitte einzureichen.

 

Noch Fragen – Wer berät?

Das Vor-Ort-Büro bietet Unterstützung und Beratung bei der Konzeptentwicklung an, um die Anforderungen an das Projekt im Einzelnen zu klären. Alle interessierten Träger sind aufgefordert, sich bei der zuständigen Mitarbeiterin von Demokratie in der Mitte (Lena Rahn) zu melden und einen Beratungstermin zu vereinbaren. Weitere Informationen und die Unterlagen für die Einreichung eines Projektvorschlags stehen als Download auf der Seite zur Verfügung.

 

Kontakt & Beratung:

DEMOKRATIE IN DER MITTE
Standort: Alte Münze
Am Krögel 2, 10179 Berlin
Tel. 030/53646743
Mobil: 0176/76778650
E-Mail: lena.rahn@demokratie-in-der-mitte.de

 

Wir wünschen Ihnen viel Kreativität bei der Entwicklung innovativer
Projekte und sind gespannt auf Ihre Ideen!

Wörterbuch:

Marginalisierte Gruppen – Gruppen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Dieser Ausschluss kann auf mehreren Ebenen stattfinden:  geografisch, wirtschaftlich, sozial oder kulturell. Marginalisierung bezeichnet die Verdrängung von Individuen oder Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft. Je weiter am gesellschaftlichen Rand sich eine Gruppe befindet, desto weniger Macht hat sie und desto stärker ist sie gegenüber der gesellschaftlichen Mitte benachteiligt.

Antidiskriminierungsarbeit – bedeutet aktiv z.B. durch Sensibilisierungs-, Bildungs- und Projektarbeit Diskriminierung entgegen zu treten, Gleichbehandlung und Anerkennung anzustreben sowie Diskriminierungsfälle zu benennen.

Partizipation – bezeichnet die aktive Beteiligung der Bürger*innen. Der Begriff Partizipation wird übersetzt mit Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache, Einbeziehung.

Intersektionalität/intersektional – beschreibt die Überschneidung von sozialen Kategorien wie Geschlecht, Sexualität, Race/‘Ethnizität‘, soziale Klasse und Behinderung, die selten eindimensional auftreten. Die Diskriminierungskategorien gegenüber einer Person überkreuzen sich und bedingen sich wechselseitig.

Multidirektionale – in mehrere Richtungen blickend/denkend.

Ableismus – beschreibt die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.

Hinweis
Die federführende Verwaltungseinheit beim Bezirksamt Mitte (Interne Koordinierungsstelle) zeichnet für die programmspezifische Abwicklung der zuwendungsrechtlichen Projektvoraussetzungen, die rechtsverbindliche Antragstellung, die ordnungsgemäße Mittelverwendung und die Verwendungsnachweisprüfung verantwortlich.

Aufruf zur Interessensbekundung als Mitglied des Begleitgremiums
der 'Partnerschaft für Demokratie Zentrum'

Liebe Kolleg*innen!

Seit Mitte 2021 wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ (www.demokratie-leben.de) die „Partnerschaft für Demokratie Zentrum“ (PfD Zentrum – www.demokratie-in-der-mitte.de) aufgebaut. Ziel dieser Arbeit ist es, im Fördergebiet Berlin-Zentrum (Brunnenstr. Süd, Regierungsviertel, Alexanderplatz, Tiergarten Süd) ein klares Zeichen für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft der Teilhabe und Inklusion zu setzen und sich gegen jede Form von Diskriminierung zu positionieren. Die inhaltliche und strategische Entwicklung sowie die Steuerung der PfD Zentrum erfolgt durch ein dafür einzurichtendes Begleitgremium. Das ehrenamtliche Begleitgremium gestaltet in jährlich 4-6 Sitzungen auf Grundlage der Fördervorgaben von „Demokratie leben!“ die Antidiskriminierungs- und Demokratieförderung auf lokaler Ebene.
Dafür steht ein Aktionsfonds in Höhe von 50.000€ jährlich zur Verfügung.

Das Begleitgremium wird nach den folgenden Kriterien besetzt:

1. angestrebt werden 1/3 Gremiumsmitglieder, die Migrations- und/oder Rassismuserfahrungen abbilden
(Migrant*innen-Selbstorganisationen, Neue Deutsche Organisationen, Kinder- und Jugendprojekte u.a.),
2. Abbildung von intersektionalen Perspektiven,
3. mehrheitliche Besetzung durch zivilgesellschaftliche Akteur*innengruppen,
4. Einbezug der Perspektiven junger Menschen,
5. Gedenk- und Erinnerungsarbeit mit Gegenwartsbezügen,
6. Wirkungsschwerpunkt der Mitglieder im Prognoseraum Zentrum
(Brunnenstr. Süd, Regierungsviertel, Alexanderplatz, Tiergarten Süd).

Besonders wollen wir Vereine, Träger, Organisationen einladen, die sich schwerpunktmäßig mit unterschiedlichen (strukturellen) Diskriminierungsformen beschäftigen. Dabei ist es uns vor allem wichtig eine Vielzahl von Perspektiven mitzudenken.
Für dieses Begleitgremium suchen wir 15 interessierte Akteur*innen aus Zivilgesellschaft (Vereine, freie Träger, Projekte u.a.) und Verwaltung.
Wenn Sie sich von unserem Vorhaben angesprochen fühlen und in dem Gremium mitarbeiten möchten, melden Sie sich bitte bis Mittwoch, den 12.01.2022 bei Herrn Knaute unter der angegebenen Mailadresse mit einer kurzen Interessenbekundung. Die erste Sitzung des Begleitgremiums findet am 26.01.2022 von 16.00-19.00 Uhr (voraussichtlich online) statt.
Wir freuen uns auf zahlreiche Rückmeldungen und stehen natürlich für Fragen gerne zur Verfügung!

Interessensbekundung >>> [.pdf]

Oliver Knaute 
Projektmanagement
Bezirksamt Mitte, Jugendamt
oliver.knaute@ba-mitte.berlin.de

Lena Rahn
Partnerschaft für Demokratie Berlin-Zentrum
Demokratie in der Mitte

 

 

Vor-Ort-Büro Berlin-Zentrum

Seit Mitte 2021 wird zusammen mit dem Jugendamt Mitte eine neue Partnerschaft für Demokratie in Berlin-Zentrum (Zentrum, Tiergarten Süd) vom Träger Fabrik Osloer Straße e.V. umgesetzt und durch Demokratie in der Mitte aufgebaut.
Das Vor-Ort-Büro der Partnerschaft für Demokratie (PfD) befindet sich in unmittelbarer Nähe des Roten Rathauses, in den Räumlichkeiten der Alten Münze. Über die Partnerschaften für Demokratie werden Projekte gefördert, die in den Feldern Demokratiebildung und Antidiskriminierungsarbeit aktiv sind und sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen befassen. Die Mitarbeiter*innen sind zuständig für die Administration des Antragsverfahrens des Aktionsfonds im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, vernetzen lokale Akteur*innen, nehmen an Veranstaltungen und Dialogrunden im nachbarschaftlichen Kontext teil und koordinieren Gremiensitzungen. Vereine, Projekte und Initiativen werden unterstützt und beraten, die sich der Förderung und Stärkung von Demokratie, gesellschaftlicher Vielfalt und solidarischem Miteinander in der postmigrantischen Gesellschaft widmen und sich gegen verschiedene Diskriminierungsformen, wie z.B. Rassismus und Antisemitismus, engagieren.

Darüber hinaus wird bis Ende 2021 mit Akteur*innen der Jugendbeteiligung ein Jugendfonds für Berlin-Zentrum aufgebaut.

Die Internetpräsenz ist im Aufbau und wird im Projektzeitraum fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

 

Haben Sie eine Projektidee und fragen sich wie vorgehen? Oder wünschen sich Beratung?
Die Mitarbeiter*innen im Vor-Ort-Büro Berlin-Zentrum sind jederzeit ansprechbar und freuen sich Sie, Ihren Träger, Verein und Ihre Ideen kennenzulernen. Für die Projektplanung und Durchführung können Sie sich an das Vor-Ort-Büro wenden. Wir bieten inhaltliche und fachliche Begleitung der Projekte an.

 

Ansprechpartner*innen
Alle Personen, Multiplikator*innen, (Jugend)Sozialarbeiter*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen etc. und Vereine, Bündnisse, Initiativen, Selbstorganisationen etc. sind eingeladen sich an das Vor-Ort-Büro zu wenden und sich im Hinblick auf Fragen, Projekte, Themen und Herausforderungen beraten zu lassen und sich gegenseitig kennenzulernen.

 

Lena Rahn

Demokratie in der Mitte
Vor-Ort-Büro Zentrum

Alte Münze
Am Krögel 2
10179 Berlin

E-mail: lena.rahn@demokratie-in-der-mitte.de

Tel. 030/53646743

Mobil: 0176/76778650