„Mal laut gedacht! Politische Bildung im Kiez“

Demokratie heißt: Alle Bürger*innen entscheiden mit Hilfe von Wahlen und Abstimmungen darüber mit, wie Politik gestaltet wird. Teilhabe an Demokratie kann auch bedeuten sich in einer Bürgerinitiative zu engagieren, eine Petition einzureichen und zu unterschreiben oder ein Anliegen bei Abgeordneten anzusprechen.

Um das zu tun, braucht es Wissen über diese Möglichkeiten, über die Regeln und die Orte, wo Demokratie und Politik gemacht werden. Und es braucht Übung, um sich einzumischen. Das ist das Ziel von politischer Bildung. Klassische Angebote der politischen Bildung passen jedoch oft nicht zum Alltag und zur Lebensrealität vieler Menschen.

Das Ziel von „Mal laut gedacht!“ ist es, politische Bildung neu zu denken. Wir wollen Bildungsangebote für Menschen machen, die sich bislang wenig von den bestehenden Bildungsangeboten angesprochen fühlten. Dabei orientieren wir uns an dem Konzept der aufsuchenden politischen Bildung. Zusammen mit Kooperationspartner*innen in den Kiezen wollen wir Wissen und Erfahrung rund um politische Institutionen, Demokratie, Beteiligung und Mitbestimmung niedrigschwellig und kreativ auf die Straße, in die Parks und in die Nachbarschaften bringen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Kieze rund um die Soldiner Straße, Badstraße und das Brunnenviertel. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebenswelten, Ressourcen und Interessen der Menschen in den Kiezen.

Vor allem die lokale Ebene, auf der Politik stattfindet, finden wir spannend. Denn: Politik ist überall drin – in Parlamenten, im Rathaus oder im Bezirksamt. Aber Politik durchzieht auch unser normales Leben, unsere Nachbarschaft und unser alltägliches Tun. Diese Politik des Alltäglichen wollen wir zusammen mit Menschen aus der Nachbarschaft erkunden, Zusammenhänge besprechen, uns zuhören und gemeinsam Antworten auf Fragen, Widersprüche und Handlungsmöglichkeiten finden. Kurz gesagt: Wir wollen zusammen laut nachdenken über Politik.

„Mal laut gedacht! Politische Bildung im Kiez“ läuft seit März 2021 und ist Teil des Modellprogramms „Gleiche politische Teilhabe – Erprobung von Ansätzen einer aufsuchenden politischen Bildung im Quartier“, das in Zusammenarbeit mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung durchgeführt wird. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaft stärken, Miteinander im Quartier“ und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Anprechpartnerin: Jenny-Antonia Schulz
E-Mail: jenny-antonia.schulz@fabrik-osloer-strasse.de